Hospiz-Gruppe Albatros - Ambulanter Hospizdienst und Palliativberatung

Weihnachtsbräuche in aller Welt

7. Dezember: Italien

Italien ist sehr wahrscheinlich die Geburtsstätte des Weihnachtsfests. Unter Kaiser Aurelian wurde im Jahre 274 erstmals am 25. Dezember, nach dem Julianischen Kalender der Tag der Sonnenwende, erstmals das Fest des »göttlichen Geburtstags« gefeiert, in welchem sich Christentum und Heidentum (Mithraskult) vermischt haben dürften und welches als direkter »Konkurrent« des damals weit verbreiteten heidnischen »Saturnalia« Festes etabliert worden sein soll. So gesehen erscheint Weihnachten eher als religiös-politischer Schachzug.

Franz von Assisi dürfte es gewesen sein, der die ersten Weihnachtslieder erfunden hat, ein Brauch, der sich in der Folge über ganz Europa ausbreitete. Er brachte auch die Krippe nach Italien, die seither eine zentrale Rolle in der italienischen Weihnacht spielt – weit wichtiger als der Weihnachtsbaum etwa.

Weihnachten wird von einem Fastentag (23. 12.) eingeleitet – kein Wunder angesichts meist üppiger Festmahle an Heilig Abend, an dem nicht selten bis zu zehn verschiedene Fischgerichte serviert werden. Ein Muss nicht nur für Römer ist auch die Weihnachtsmesse am St. Peters Platz. Weihnachten ist in Italien ein sehr fröhliches Fest, am ehesten mit unserem Silvester zu vergleichen. An Heilig Abend kommt auch »Bambino Gesú«, das »Christkind«, und bringt kleinere Geschenke, die am nächsten Morgen geöffnet werden dürfen.

Der wahre Geschenketag ist in Italien traditionell der 6. Januar, der Dreikönigstag. Dann bringt die gute Hexe »Befana« Kindern Geschenke. Erzählungen nach hat Befana seinerzeit den Stern, der zur Krippe in Bethlehem leitete, verpasst und ist seither auf der Suche nach dem Jesuskind. Und noch eine eher weltliche Tradition, die insbesondere auf Sizilien verbreitet ist: das »Weihnachtspokern«. Angeblich werden dadurch die Geschenke finanziert… (Quellen: italian.about.com, relikids.gmxhome.de, www.santa-maria.de)