Hospiz-Gruppe Albatros - Ambulanter Hospizdienst und Palliativberatung

Weihnachtsbräuche in aller Welt

23. Dezember: Das Baltikum

In Estland ist der Advent nicht unbedingt besinnlich, der Dezember ist eine Zeit des Feierns, sowohl mit der Familie als auch mit Arbeitskollegen und Freunden. Am 24. Dezember wird der »Weihnachtsfrieden« ausgerufen, ähnlich wie auch in Finnland. Wie dort gehen Esten an Heilig Abend gerne in die Saune, und aus Finnland kommt auch der »Jouluvana«, der Weihnachtsmann, herüber, um die Geschenke zu verteilen. Hat der einmal keine Zeit, springen die »Päkapikks« ein, kleine Wichtel, die gegen ein Lied oder ein Gedicht Geschenke herausrücken. Wegen der großen russischen Minderheit wird in Estland verbreitet auch erst am 6. Januar Weihnachten gefereiert – der julianische (Kirchen-)Kalender macht es möglich.

Die Letten streiten sich mit den Esten gerne darüber, wo denn nun der erste Weihnachtsbaum aufgestellt wurde. Während die Letten davon ausgehen, 1510 den ersten Baum aufgestellt zu haben (und danach mit einem Freudentanz wieder verbrannt zu haben), ist man in Estland überzeugt, schon 1441 den Baum »erfunden« zu haben. Ansonsten haben sich die Letten trotz des langen russischen Weihnachtsbanns einige schöne Bräuche erhalten. So soll man an Weihnachten alle Lampen anmachen, damit das Glück ins Haus findet, Kreuze an den Türen halten böse Geister fern, wer an Weihnachten neunmal isst, wird im nächsten Jahr nicht hungern und wer mit einem Fuß auf dem Tisch steht, ein Bier in der einen und Leinen in der anderen Hand hält, dem wird es im nächsten Jahr nicht an Leinen fehlen…

In Litauen beschenkt man sich seit der russischen Unabhängigkeit wieder an Weihnachten statt an Neujahr. Am Heiligen Abend, versammelt sich die Familie zu einem großen Festmahl, bei dem zwölf verschiedene Gerichte serviert werden (symbolisiert die zwölf Monate oder auch die Apostel), jedoch allesamt ohne Fleisch, Milch oder Butter, da Heilig Abend der letzte Fastentag ist. Ähnlich wie in Polen wird gerne ein zusätzliches Gedeck aufgelegt – für die Geister der verstorbenen Familienmitglieder. (Quellen: www.christmas.com, www.europa-digital.de)