Hospiz-Gruppe Albatros - Ambulanter Hospizdienst und Palliativberatung

Weihnachtsbräuche in aller Welt

22. Dezember: Brasilien

Als ehemalige portugisische Kolonie halten sich in Brasilien viele portugisische Einflüsse auf das Weihnachtsfest. Der Geschenkebringer ist daher zum Beispiel der »Papai Noel«. Er bringt in der Nach des 24. Dezember die Geschenke durch ein offenes Fenster (wer hat schon einen Kamin im brasilianischen Sommer?) und er reitet auf einem von Elchen gezogenen Schlitten.

Wie in Protugal ist die Darstellung von Krippenszenen sehr verbreitet in Brasilien. Die »Presépio« stammt aus dem 17. Jahrhundert, wurde von einem Franziskaner namens Gaspar de Santo Agostinho eingeführt und leitet sich ab vom hebräischen »Presepium«, was das Strohbett bezeichnet.

In Teilen Brasiliens sind aber auch »Los Pastores« verbreitet, die den Posadas aus Mexiko nicht unähnlich sind, nur das in der brasilianischen Version eher weibliche Hirten (Hirtinnen?) beteiligt sind und dass auch ein Zigeuner eine Rolle spielt, der das Christuskind zu stehlen versucht.

Das moderne Weihnachten in Brasilien ist aber auch von deutschen Einwanderern geprägt, die zum Beispiel den Weihnachtsbaum einführten – auch wenn echte Weihnachtsbäume in Brasilien verständlicherweise rar sind. In den großen Städten werden die Bäume in den Straßen mit vielen Lichterketten dekoriert, die Einkaufsstraßen sind hell erleuchtet und dekoriert, und in manchen Einkaufshäusern schallt ein deutsches »Heilige Nacht« aus den Lautsprechern.

Am 24. Dezember gibt es in brasilianischen Familien ein reichhaltiges Essen, meist Truthahn und viele getrocknete Früchte, und um Mitternacht besucht man die Mitternachtsmesse, die »Missa do Galo« (Galo ist der Hahn). In großen Städten gibt es oft Feuerwerke zu Weihnachten. Weihnachten ist zugleich der Beginn der Ferienzeit, so dass im Anschluss nicht nur die Hotels teurer sind, sondern sich halb Brasilien am Strand tummelt. (Quellen: www.christmas.com, www.brasilien.de)