Hospiz-Gruppe Albatros - Ambulanter Hospizdienst und Palliativberatung

Weihnachtsbräuche in aller Welt

15. Dezember: Russland

Die Geschichte des russischen Weihnachtsfests ist stark vom Zarentum, der christlich-orthodoxen Kirche, dem Kommunismus und letztlich dem Fall des selbigen geprägt. Heilig Abend fand im alten Russland traditionell am 24. Dezember statt. Allerdings galt in Russland ein anderer Kalender, der julianische, welcher in Rest-Europa Ende des 16. Jahrhunderts durch den (heute gültigen) gregorianischen Kalender ersetzt wurde. Gegenüber diesem ist der julianische Kalender 13 Tage hinterher. Zwar gilt auch in Russland seit der Oktoberrevolution 1918 der gregorianische Kalender, die Kirche Russlands jedoch lehnt diese Reform (der damals gottlosen kommunistischen Machthaber) jedoch bis heute ab – wodurch Heilig Abend in Russland am 6. Januar gefeiert wird, der 7. Januar – Weihnachten selbst – ist heute ein staatlicher Feiertag. Am 13. Januar wird von manchen folglich das »alte Neujahr« zelebriert.

In der Zeit des Kommunismus wurde das Weihnachtsfest mehr oder minder verboten, so dass es offiziell erst seit 1990 wieder verbreitet Einzug gehalten hat. Im modernen Russland ist Weihnachten ein ruhiges, religiöses Fest im engen Familienkreis. Der Advent als Begriff ist kaum bekannt, jedoch leitet die Weihnachtszeit das traditionelle »Weihnachtsfasten« ein, das 40 Tage vor Weihnachten beginnt und während der der Genuss von Fleisch (Fisch ausgenommen), Milchprodukten und Eiern untersagt ist.

Im alten Russland begründet ist die Tradition der »Swjatki«, der Heiligen Feiern zwischen dem 25. Dezember und dem 5. Januar. Als heidnisches Überbleibsel zogen die Menschen in der Nacht zum 25. Dezember, dem »Koljada-Fest«, verkleidet und maskiert durch die Straßen, klopften an Türen, führten Schauspiele auf, sangen und tanzten. Das Zarentum verbot diese Bräuche zwar offiziell, beteiligte sich jedoch selbst daran, weshalb diese Tradition erst im Laufe der Zeit und besonders durch den Kommunismus unterdrückt wurde. (Quellen: www.christmas.com, www.aktuell.ru)