Hospiz-Gruppe Albatros - Ambulanter Hospizdienst und Palliativberatung

Weihnachtsbräuche in aller Welt

11. Dezember: Island

Von einem Ende der Welt zum anderen, vom Hochsommer in den polaren Winter, von Australien nach Island. Island ist seit rund 1000 Jahren christianisiert, jedoch blieb die alte Mythologie, der »Asatru« (»Asenglaube«, abgeleitet von den »Asen«, einem Göttergeschlecht der nordischen Mythologie), parallel dazu immer schon sehr lebendig.

Und so ist in Island die Legende der »Jólesveinar« verbreitet. Die Jólesveinar sind Söhne der Riesen (oder Oger?) Gryla und Leppalú<eth>i. Es begab sich dass Leppalú<eth>i bettlägerig war und seine Gattin auf Nahrungssuche gehen musste – und dazu unter anderem unartige Kinder einfing (damit lässt es sich Kinder erziehen…). Im Laufe der Zeit wurde diese Geschichte abgemildert, die Kinder der beiden Riesen sind nurmehr Kobolde, 13 an der Zahl, die ab dem 12. Dezember einer nach dem anderen bis zum Heilig Abend die Menschen aufsuchen und dabei in vor die Fenster gestellten Stiefeln so manche süße Kleinigkeit hinterlassen. Ihrem Namen entsprechend sind sie zudem für so manches kleinere Ungemach verantwortlich: Es gibt den »Türknaller«, den »Kochlöffellecker«, den »Fenstergucker«, den »Wurststibitzer und so manchen anderen.

Derselben Legende entspringt auch die Riesenkatze »Jólaköttur«, die angeblich faule Leute frisst: Früher galt die Regel, dass bis Weihnachten alle Wolle verarbeitet werden musste, und wer daran mithalf, wurde eben mit Kleidung entlohnt – faule Leute bekamen folglich nichts und mussten nun die Katze fürchten. Während Weihnachtsgeschenke eigentlich lange Zeit keine große Rolle spielten auf Island, so schenkte man sich doch oft vor Weihnachten Kleidung…

Der 23. Dezember, der Tag des »St. Thorlakur«, ist in Island noch ein traditioneller Last-Minute-Einkaufstag, viele Geschäfte haben dann auch noch bis Mitternacht geöffnet. Am Abend gibt es ein traditionelles (für Festlandeuropäer gewöhnungsbedürftiges) Fischgericht und der Weihnachtsbaum wird geschmückt. Heilig Abend, »A<eth>fangadagur«, hält eine weitere Besonderheit bereit: Um 5 Uhr nachmittags bis 10 Uhr abends wird die Fernsehübertragung ganz einfach abgeschaltet! Welch Wohltat… (Quellen: www.christmas.com, http://members.chello.at/hhofer/)