Hospiz-Gruppe Albatros - Ambulanter Hospizdienst und Palliativberatung

Weihnachtsbräuche in aller Welt

1. Dezember: Deutschland und Österreich

Fragen Sie einmal in Ihrem Bekanntenkreis herum, wer die Geschenke bringt – Christkind oder Weihnachtsmann? Zwar verwischen die Grenzen zunehmend, aber in der Tat gibt es so etwas wie den »Weißwurstäquator« auch für diese Frage: Je südlicher man kommt (inkl. Österreich), desto mehr ist das Christkind verbreitet, je nördlicher (auch über die Grenzen Deutschlands hinaus), desto eher kommt der Weihnachtsmann. Abgesehen von diesem kleinen Unterschied sind die Bräuche sehr ähnlich.

Zwei wirklich kaum wegzudenkende Elemente des Weihnachtsfests stammen aus Deutschland und Österreich! So ist etwa der geschmückte Weihnachtsbaum (wahrscheinlich) eine urdeutsche »Erfindung«. Zwar schmückte man auch früher schon zur kalten, düsteren Winterszeit das Haus gerne mit immergrünen Zweigen, Aufzeichnungen deuten aber auf das 17. Jahrhundert als »Geburtsdatum« des Christbaums hin, ein Brauch, der sich in den folgenden Jahrhunderten in ganz Europa und über (deutsche) Auswanderer letztlich auch in der ganzen Welt ausbreitete.

Österreich, genauer Oberndorf, ist dagegen die Wiege des wohl berühmtesten Weihnachtsliedes: »Stille Nacht«. 1818 ist es zum ersten Mal zur örtlichen Mitternachtsmesse gesungen worden. Der Text stammt von dem dort ansässigen Priester Joseph Mohr, die Melodie vom Musikschullehrer Franz Gruber, der ebenfalls nicht über die Ortsgrenzen hinaus bekannt war. Durch reisende Volksliedersänger wurde dieses Lied aber in die ganze Welt getragen, in den Jahren nach seiner »Premiere« veränderte sich auch die Melodie noch geringfügig zu der uns heute bekannten Form. Dass »Stille Nacht« tatsächlich der Feder des Österreichers Gruber entsprungen ist – und nicht etwa Mozarts, Beethovens oder Haydns, wie lange vermutet – ist im Übrigen erst seit wenigen Jahren eine bewiesene Tatsache! (Quellen: www.christmas.com, silentnight.web.za, www.weihnachtsstadt.de, theology.de)